Ein Beitrag aus der Wollmarshöhe

Was ist
Psychosomatik?

Eine ehrliche Antwort auf die Frage, mit der viele Patientinnen und Patienten zu uns kommen – und das Plädoyer für eine Medizin, die den ganzen Menschen sieht.

Dr. med. Kilian Mehl · Klinikleitung
Die unausgesprochene Frage

„Bin ich jetzt verrückt geworden – oder was?"

Das ist meistens die erste Frage, die uns Patientinnen und Patienten stellen, wenn sie das Wort Psychosomatik zum ersten Mal hören.

Die Antwort ist klar und einfach: Nein. Sie sind nicht verrückt geworden.

Nur weil etwas mit „Psycho" anfängt, heißt das nicht, dass es für Spinner, Schwache oder Simulanten ist. Das ist ein Denkfehler aus dem letzten Jahrhundert – und er hat sich bei einigen leider bis heute gehalten.

Ein Denkfehler aus dem letzten Jahrhundert

Was zählt als „echte" Krankheit?

Wir glauben immer noch, mancher von uns: Hier die echten, sichtbaren Krankheiten – dort das, was „nur psychisch" ist. Aber diese Trennung ist überholt.

Was als „echte Krankheit" gilt

Körperlich, sichtbar, anerkannt

  • Herz kaputt
  • Magenprobleme
  • Rücken kaputt
  • Gebrochenes Bein
  • Bluthochdruck
Was viele nur für „psychisch" halten

Innerlich, unsichtbar, abgewertet

  • Stress
  • Erschöpfung
  • Panik
  • Trauer
  • Traurigkeit
Was die Wissenschaft längst weiß

Jeder Gedanke ist Biochemie.

Jedes Gefühl verändert Ihren Hormonhaushalt. Stress aktiviert Ihr Nervensystem. Angst beeinflusst Ihr Immunsystem.

Und andersrum genauso: Schmerzen beeinflussen Ihr psychisches Empfinden, körperliche Zustände beeinflussen Ihre seelische Verfassung. Das ist keine Esoterik, das ist Medizin.

Egal ob eine körperliche oder seelische Bedrohung besteht – Ihr Körper kann das nicht unterscheiden. Er reagiert immer als Ganzes.
Ein neues Menschenbild
Sie sind keine
Maschine mit Geist als Beifahrer.
Sie sind ein Gesamtsystem.
Was zur Behandlung gehört

Psycho­somatik ist mehr als Psycho­therapie

Ja, Psychotherapie gehört dazu. Aber genauso wichtig sind diese Bausteine – und zwar zusammen, nicht einzeln:

01

Psychotherapie

Das Gespräch als zentrales Werkzeug, um Muster zu verstehen und neue Wege zu finden.

02

Ärztliche Begleitung

Körperliche Symptome ernst nehmen, abklären und medizinisch verstehen.

03

Nerven­system-Regulation

Den vegetativen Zustand verstehen und gezielt in Balance bringen.

04

Bewegung und Sport

Körperliche Aktivität als Hebel für Hormonhaushalt, Schlaf und Stimmung.

05

Physio­therapie und Training

Spannungsmuster lösen, Beweglichkeit zurückgewinnen, Körperwahrnehmung stärken.

06

Struktur und Rhythmus

Alltag, Schlaf, Ernährung, Pausen – die unsichtbaren Stützpfeiler der Gesundung.

Die Konsequenz

Krank wird nicht nur ein Organ. Krank wird immer der ganze Mensch.

Und genau so sollte er auch behandelt werden.

In der Wollmarshöhe denken wir so – und machen das auch so. Wir halten das nicht für Alternativmedizin oder für eine Nische. Wir halten das für moderne Medizin.

Moderne Medizin ist ganzheitlich.
Alles andere ist Reparaturdenken.